Kooperative Planungswerkstatt 2013

DruckversionPDF


Aktivierender Prozess als Impulsgeber
Kooperative Planungswerkstatt zur Stadtentwicklung von Weißwasser/O.L.
_____________________________________________________________________________________

Anfang 2013 sah sich die Stadt Weißwasser/O.L. am Beginn einer neuen Etappe ihrer Stadtentwicklungsgeschichte. Es ging um nicht weniger als um die Neudefinierung der Ziele für die nächsten 25 Jahre, verbunden mit der Ausrichtung auf Prioritäten und Maßnahmenschwerpunkte.
Wird Weißwasser wieder das Heidedorf, das es bis ins 19. Jahrhundert noch war? Dieses Szenario kann mittelfristig wohl nicht als Marschroute gelten, auch weil es den kommenden Generationen nicht als Entwicklungsperspektive kommuniziert werden könnte. Eher deutet sich an, dass die Stadt tatsächlich auf eine Größe gesundgeschrumpft ist, aus der heraus sie sich für die nächsten Jahrzehnte als Kleinstadt außerhalb von prosperierenden Metropolräumen und Wirtschaftskorridoren stabilisieren kann.
Künftig wird es in Weißwasser wie vielerorts eher um eine qualitative Entwicklung und Aufwertung der innerstädtischen Bereiche gehen, wobei durch gezielte Maßnahmen und möglicherweise auch nur kleinteilige Intervention positive Signale gesetzt werden können.  Dabei ist die Stadtentwicklung angesichts weniger werdender öffentlicher Mittel und einer weiter schrumpfenden Nachfrage nach Wohn- und Handelsobjekten noch stärker als Prozess zu verstehen und anzugehen.

Innen plus Außen = Impuls

Wo liegen die Stärken einer solchen Stadt? Was kann sie ihren Einwohnern bieten? Dazu hilft es erfahrungsgemäß, auch den Blick von außen hinzu zu holen.
Zu Jahresbeginn 2013 wurde das Fachgebiet Stadtumbau + Ortserneuerung der TU Kaiserslautern von der Stadt Weißwasser/O.L. beauftragt, im Frühjahr 2013 eine kooperative Planungswerkstatt durchzuführen.

Mit dem Verfahren einer kooperativen Planungswerkstatt sollten nun in erster Linie Handlungsprioritäten gefiltert und Blockaden hinsichtlich der Ziele und Potenziale aufgebrochen werden.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie künftig mit begrenzten Ressourcen die Stadtentwicklung gesteuert werden kann und welche Schlüsselprojekte durch welche Akteure vorrangig angegangen werden sollten. Formuliertes Ziel war die Erarbeitung eines strategischen Entwicklungsfahrplanes für die Stadt Weißwasser sowie eine Priorisierung von Maßnahmen und Handlungsempfehlungen zur Umsetzung.

Kooperative Planungswerkstatt 2013: Ablauf und inhaltliche Schwerpunkte

Die kooperative Planungswerkstatt Weißwasser 2013 konnte man in drei Phasen einteilen:
In einer ersten Phase im Februar 2013 führte das Team der TU Kaiserslautern in Weißwasser 42 Interviews mit sogenannten Stadtexperten durch, die einen Querschnitt wichtiger Akteure im Stadtgeschehen wiedergaben. Parallel erfolgte eine Sichtung bestehender Planungen und Entwicklungskonzepte der Stadt, insbesondere hinsichtlich ihrer strategischen und konkreten Handlungsansätze – mit dem Hintergrund, Maßnahmen herauszufiltern und ihre Umsetzung anzuschieben.

Eine zweite, fünftägige Werkstattphase im März 2013 war das Kernstück des Planungsprozesses, bei der vier externe Planerteams aus Berlin, Weimar, Kaiserslautern und Cottbus teilnahmen.

Das Spektrum der Aufgaben erstreckte sich von der  Wahrnehmungsebene „Willkommenskultur/ Das Bild der Stadt“ über ein gesamtstädtisches Szenario „Kleiner aber feiner/ Kooperation Stadt-Umland“ bis zu den Themen künftiger räumlicher und funktionaler Konzentration: „Leerstände und Brachen“ und „Belebung der Innenstadt“.

An drei Abenden gab es öffentliche Rückfrage- und Kommentarrunden, bei denen die Zwischenstände vorgestellt und diskutiert wurden. Bis zu jeweils 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger erschienen hier und brachten sich ein.
Aus den vier thematischen Schwerpunkten entstanden nun die wesentlichen Stränge, denen sich die Stadtentwicklung von Weißwasser in den kommenden Jahren widmen sollte. Wesentlich an diesen Ergebnissen und Handlungsempfehlungen ist die Tatsache, dass sie Aufgabenfelder benennen und fokussieren, die in der Stadtbevölkerung Weißwassers als wichtig bzw. prioritär angesehen werden.

Mitte April 2013 fand dann als offizieller Abschluss der Planungswerkstatt eine öffentliche Präsentation der Ergebnisse statt, bei der die Teams ihre Arbeiten der interessierten Öffentlichkeit und den Stadtexperten vorstellten. 

Im Mai 2013 wurde der Endbericht der Stadt Weißwasser zur Beschlussfassung im Stadtrat übergeben. Vorgeschlagen wurde zudem die Einrichtung einer koordinierenden Institution, einer so genannten „Umsetzungsagentur“, welche einerseits die Stadtverwaltung entlastet, andererseits die maßgeblich handelnden Akteure enger zusammenführt, sie bei der Umsetzung der Maßnahmen unterstützt und dem zielgerichteten Prozess Kontinuität verleiht.

Stadtratsbeschluss als strategische Grundlage

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung im Juni 2013 die Ergebnisse der Planungswerkstatt als strategische Grundlage der künftigen Stadtentwicklung ebenso beschlossen wie auch die Einrichtung einer Umsetzungsagentur.
Wichtige erste Schritte werden sein, Kräfte zu bündeln und zu steuern, Schlüsselprojekte zu initiieren bzw. zu begleiten und regelmäßig die Öffentlichkeit über den Fortgang der Planungen und Projekte zu unterrichten bzw. diese rückzukoppeln.

Fazit

Im Ergebnis ist es gelungen, der Ausrichtung der Stadtentwicklungsziele für die kommenden Jahre ein neues Profil – einen Handlungsfahrplan – zu verleihen. Ebenso hat der transparente und dialogoffene Prozess zur Formulierung von Projekten und Handlungsempfehlungen geführt, in denen sich die Bürgerschaft von Weißwasser wiederfinden kann und die aus ihr heraus mit Leben gefüllt werden.

Prof. Dr.-Ing. Holger Schmidt; Dipl.-Ing. Gregor Schneider

 

Nachfolgend finden Sie die Berichte und Ergebnisse der Kooperativen Planungswerkstatt.
Bitte zur Weiterleitung auf die Fotos oder die nebenstehendenTexte klicken.


a) BERICHTE 

Kooperative PlanungswerkstattBeitrag vom 19.03.2013: Kooperative Planungswerkstatt - einige Eindrücke

Kooperative PlanungswerkstattBeitrag vom 22.03.2013: Fotos von den abendlichen Diskussionsrunden

Presseberichte über die Kooperative Planungswerkstatt


b) ERGEBNISSE

Kooperative PlanungswerkstattKooperative Planungswerkstatt 2013 - Verfahren und Empfehlungen

Kooperative PlanungswerkstattKooperative Planungswerkstatt 2013 - Handlungsempfehlungen zur Stadtentwicklung in Weißwasser/O.L.


Wie gehts es weiter? (Stand 25.10.2014)

Im Sommer 2014 wurde eine Umsetzungsagentur gebildet, welche die Ergebnisse der Kooperativen Planungswerkstatt aufgegriffen hat.
Zu den Mitgliedern gehören Prof. Dr.-Ing. Holger Schmidt und Dipl.-Ing. Gregor Schneider, Referatsleiter
Bau - Thomas Böse und sein Mitarbeiter Detlef Krahl, Bernd Grosse von die STEG Stadtentwicklung GmbH Niederlassung Dresden, Frank Schwarzkopf - Vorsitzender des Stadtverein Weißwasser e.V., aus dem Referat des Oberbürgermeisters der Mitarbeiter Wirtschaftsförderung/Stadtentwicklung - Thorsten Rennhak und Oberbürgermeister Torsten Pötzsch.

Die aktuellen Themen sind u.a. der Bahnhof Weißwasser, das Bebauungsgebiet Innenstadt II (Allbau/Ziegelei), das geplante EFRE-Gebiet, Neufert-Bau, Volkshaus, Gelsdorfhütte.

Ihre Hinweise, Informationen und Weiteres zu vorgenannten Themen bitte über:
Thorsten Rennhak - Tel.: 03576 - 2 65 - 2 80 und/oder per E-Mail: thorsten [dot] rennhakatweisswasser [dot] de.


Text und Fotos: Torsten Pötzsch

Integriertes Stadtentwicklungskonzept (InSEK 2011) mit Teilfortschreibung 2015

In seiner Sitzung am 30.11.2011 beschloss der Stadtrat der Großen Kreisstadt Weißwasser/O.L. das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (InSEK 2011). Die Teilfortschreibung wurde 2015 vom Stadtrat beschlossen.

Einzelhandelskonzept

Hier finden Sie das Einzelhandelskonzept (EHK) der Großen Kreisstadt Weißwasser/O.L.: