Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Weißwasser

02.02.2016 DruckversionPDF

Von kurz nach 18 Uhr (einige Kameraden kamen noch von einem Einsatz) bis kurz nach 21:45 Uhr ging der offizielle Teil der diesjährigen Hauptversammlung. Eine Marathonsitzung, da neben der Berichterstattung auch die Wahlen zum Wehrleiter, dessen Stellvertreter und des Feuerwehrausschusses auf der Tagesordnung standen. Bei den Wahlen kam es zu Stichwahlen (stellvertretender Wehrleiter) und zum Losentscheid beim Feuerwehrausschuss).Alter und neuer Wehrleiter ist Gerd Preußing. Sein neuer Stellvertreter ist Markus Grimmer. In den neuen Feuerwehrausschuss wurden gewählt Henry Kossack, Frank Hilbig, Markus Kania und Thomas Beck.
 



Text und Fotos: Torsten Pötzsch
 

PRESSEBERICHTE

SÄCHSISCHE ZEITUNG  01.02.2016

Neue Drehleiter für Feuerwehr Weißwasser kommt

In einer Marathonversammlung ziehen die Kameraden Bilanz über 2015 und wählen die Leitung ihrer Feuerwehr.

Von Rolf Ullmann

2016.01.29.-Jahreshauptversammlung Feuerwehr
Der bisherige Wehrleiter Gerd Preußing (links) wird in seinem Amt bestätigt. Zu seinem Stellvertreter wählen die Feuerwehrleute Markus Grimmer. © Pawel Sosnowski

Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Weißwasser stellten im vergangenen Jahr erneut unter Beweis, dass sich die Bürger der Glasmacherstadt aber auch in zahlreichen anderen Orten der Region auf ihre hohe Einsatzbereitschaft sowie ihr fachliches Können verlassen können.

In seinem Bericht an die Jahreshauptversammlung ließ Wehrleiter Gerd Preußing das bewegte Jahr 2015 Revue passieren: 296-mal rückte die Feuerwehr Weißwasser aus, um ihre Mitbürger vor Gefahren zu schützen – oder zu retten. Das sind 57 Einsätze mehr als im Jahr zuvor. 44 Brände, darunter der in Trebendorf an der Reinert Ranch, der Dachstuhlbrand in Schleife sowie die Waldbrände an der Rennbahn und der B 156 galt es dabei zu löschen. 180 Technische Hilfeleistungen und weitere 72 sonstige Alarmierungen forderten die Feuerwehrleute.

Die Stadt Weißwasser und der Landkreis Görlitz schätzen diese Einsatzbereitschaft sehr hoch. Das brachten mehrere Gastredner in ihren Grußworten deutlich zum Ausdruck. Diese Wertschätzung schlägt sich auch in den finanziellen Mitteln zur Verbesserung der materiellen Ausrüstung der Feuerwehr nieder. 2015 und 2016 stehen dafür 844 995 Euro bereit. 326 894 Euro bringt die Stadt Weißwasser aus eigenen Mitteln auf. Der Freistaat Sachsen stellt weitere 518 101 Euro aus Fördermitteln bereit. Die Anschaffung eines Mannschaftstransportwagen, die Einführung des Digitalfunks, sowie technische Ausrüstungen für das Feuerwehrtechnische Zentrum wurden dafür beschafft.

Bereits jetzt wirft die größte Neuanschaffung, seit dem Bau der Feuerwache im Jahr 1992, ihre Schatten voraus. Im August erhält die Freiwillige Feuerwehr Weißwasser eine neue Drehleiter. Diese Technik schlägt mit insgesamt 638 613 Euro zu Buche. Für diese Investition schießt der Freistaat Sachsen 368 000 Euro an Fördermitteln hinzu. Den Nutzen von dieser Neuanschaffung werden nicht nur Bürger von Weißwasser haben. Bei einem notwendigen Einsatz zur Rettung von Menschenleben rollt die moderne Technik auch in andere Städte und Gemeinden des Landkreises. Gerd Preußing bekräftigte, dass die Freiwillige Feuerwehr Weißwasser mit ihren 51 aktiven Kameraden für eine Gemeinschaft steht, „die den Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht und Ansehen der Person Hilfe leistet“.

 

LAUSITZER RUNDSCHAU 02.02.2016

Gerd Preußing bleibt Feuerwehr-Chef

Markus Grimmer wurde zum stellvertretenden Wehrleiter in Weißwasser gewählt

Weißwasser Die Freiwillige Feuerwehr Weißwasser hat seit Freitagabend ein neues Team an der Spitze. Neben dem wiedergewählten Gerd Preußing als Leiter nimmt Markus Grimmer erstmalig das Ehrenamt als Stellvertreter ein. Während es für den Chefposten nur einen Kandidaten gab, waren es für den Vize gleich drei.


Gerd Preußing (l.) bleibt Wehrleiter. Ihm zur Seite steht neu Markus Grimmer. Foto: Nitsche

Fachlich gesehen wird der Weißwasseraner Feuerwehr von allen Seiten Jahr für Jahr viel Lob zuteil. So auch am Freitag bei der Jahreshauptversammlung in der Tanzschule Weisse. Die Mitglieder verstehen ihr Handwerk, betonte zum Beispiel Ingelore Ruge vom Brand- und Katastrophenschutzamt im Landkreis. Wer in Not gerät, deren Hilfe benötigt, kann sich hundertprozentig auf die Retter in Uniform verlassen. In ihren Reihen befinden sich nicht zuletzt etliche Kameraden, die ihr anfängliches Hobby zum Beruf machten und in verschiedenen Großstädten bei der Feuerwehr in Lohn und Brot stehen. In ihrer Freizeit bringen sie sich in Weißwasser ehrenamtlich mit ein – für 2015 schlagen 296 Einsätze zu Buche und damit 57 mehr als im Vorjahr. Die Männer und Frauen konnten 27 Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen retten. Mit 2472 Ausbildungsstunden konnte die Weißwasseraner Wehr laut Leiter Gerd Preußing gegenüber 2014 etwas zulegen. Einige geben als Kreisausbilder ihr Wissen an andere Wehren weiter.

Alles super. – Wenn die Wehr doch nicht schon seit Generationen an Grüppchenbildung kranken würde. Meinungsverschiedenheiten machen hinter vorgehaltener Hand die Runde. Auch am Freitagabend. Nur offen sprachen es jene, die der Wehrleitung und den hauptamtlichen Feuerwehrleuten in Weißwasser kritisch gegenüberstehen, nicht an. Aber bei den anstehenden Wahlen blieb es nicht verborgen.

Gerd Preußing hatte sich als Chef noch einmal für fünf Jahre, wie er betonte, zu Wahl gestellt. Das trotz seiner beruflichen Belastung als Referatsleiter in der Stadtverwaltung. Ihm gehe es um das Potenzial in der Feuerwehr, und er wünsche sich, sie voranzubringen. Nach geheimer Abstimmung stand fest: 35 stimmten für ihn, vier gegen ihn und sechs enthielten sich der Stimme.

Gleich drei Kameraden wollten Vize-Chef werden: Markus Grimmer, Norman Raabe und (erneut) Frank Wolsch. Grimmer, seit über 20 Jahren dabei, hatte lange überlegt, mit vielen gesprochen und sei von einigen auch gebeten worden, zu kandidieren. "Ich möchte Gerd unterstützen, der schon genug um die Ohren hat, und dann unsere Berg- und Talfahrt in der Wehr beenden. Wir brauchen ein langfristiges Hoch." Das Klima in der Wehr habe sich jetzt verbessert. "Wir sind eine gute Truppe und können es schaffen", so Grimmer. Norman Raabe sei nicht einer der großen Worte, sagte er. Seine Devise sei, entweder man macht etwas oder redet nur. Für Frank Wolsch sei das in jüngster Zeit wahrgenommene Wir-Gefühl ausschlaggebend gewesen, noch einmal anzutreten. Doch die Entscheidung fiel letztlich bei der Stichwahl zwischen Markus Grimmer und Norman Raabe – 28:13 (vier Stimmen ungültig) eindeutig aus. In den Feuerwehrausschuss wurden Henry Kossack, Frank Hilbig, Markus Kania und Thomas Beck gewählt. Es gab acht Bewerber.

Gerd Preußing setzt seine Hoffnung auf diese neue Konstellation. "Jede Gruppierung ist nun vertreten", kommentierte Preußing gestern. Norman Raabe, der eigentlich sein Stellvertreter sein wollte, habe laut Preußing noch am Freitagabend den Austritt aus der Wehr erklärt.

Zum Thema:
Bei 166 der insgesamt 296 Einsätze im Jahr 2015 waren freiwillige Kameraden dabei, 74 mehr als 2014. "Wir stoßen hier an die personellen Grenzen, besonders Montag bis Freitag von 6 bis 18 Uhr. Hier stehen uns die wenigsten ehrenamtlichen Kameraden zur Verfügung", so Wehrleiter Gerd Preußing. Mit 51 ist die Zahl der aktiven Kameraden konstant geblieben. Nach der Feuerwehr-Mindestverordnung wären 84 notwendig. Das größte Problem stellt aber nach wie vor die Tageseinsatzbereitschaft dar, obwohl die Zahl der Einsatzbereiten von elf auf 14 erhöht werden konnten. Von diesen sind elf Angestellte der Stadtverwaltung. Der eingeschlagene Weg, Feuerwehrleute innerhalb der Verwaltung zu integrieren oder Mitarbeiter für ein Mitwirken in der Feuerwehr zu gewinnen, ist laut Preußing der richtige und muss weiter beschritten werden.

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