Weißwasseraner Erfindung wird heute im MDR vorgestellt

26.01.2016 DruckversionPDF

Sören Flint aus Weißwasser hat einen individuell einsetzbaren Haltegnubbel aus Gummi erfunden. „Wir stehen kurz davor, diesen in Rothenburg zu produzieren“, sagt Flint. Seine Erfindung, der „Halteflix“, soll nicht nur Menschen mit Handikap im Alltag helfen, sondern auch bei Freizeitaktivitäten und im Sanitätsbereich zum Einsatz kommen. Der MDR stellt ihn und seine Erfindung heute 19:50 Uhr bei der Sendung „Einfach Genial“ vor. Dazu wurde bei einer Weihnachtsfeier des Sozialen Netzwerkes Lausitz gefilmt, als Senioren die Erfindung testeten. Der Haltegnubbel selbst, wie Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf erläutert, wird künftig in der Weißwasseraner Touri-Info zu kaufen sein. 

Quelle: LR und Torsten Pötzsch

 

Sächsische Zeitung vom 26.01.2016

Der Gnubbel aus Weißwasser

Eine einfach, geniale und multifunktionale Erfindung aus Weißwasser will den Markt erobern. Das Fernsehen hilft dabei.

Von Thomas Staudt

 

Das ist er, der „Gnubbel“. Das 8,8 Zentimeter große Ding aus elastischem Gummi kann das Leben ungemein erleichtern. Für 12,90 Euro ist es ab sofort übers Internet zu bestellen. Die Idee dazu hatte Sören Flint (48) aus Weißwasser. Es ist nicht seine erste Erfindung. © André Schulze

 

 

Vollgummi. Auf der einen Seite zwei, auf der anderen drei Enden, jeweils mit einer dicken Kugel. Was soll das denn bitte schön sein? Das ist der Gnubbel, sagt Sören Flint. Er muss es wissen, er hat das Ding, das es seit vergangener Woche zu kaufen gibt, erfunden. Die volle Bezeichnung lautet „Haltefix - Gnubbel“. Damit ist klar, was man damit machen kann, nämlich Dinge befestigen. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) ist so begeistert davon, dass er die Erfindung in der Sendung „Einfach genial“ vorstellt. Die Szenen stammen von einem Dreh im Hegelcafé kurz vor Weihnachten. Das Café ist eine Einrichtung des Sozialen Netzwerks Lausitz. Das Kamerateam drehte nicht zufällig an einem Ort, an dem sich ältere Menschen treffen. „Wir führen den Gnubbel vorerst in den Bereichen Sanitär und Orthopädiebedarf auf dem Markt ein“, erklärt Flint.

Gut, aber was hat der Gnubbel damit zu tun? Vielleicht das wichtigste von vielen Anwendungsbeispielen hat mit Gehhilfen, landläufig: Krücken, zu tun. Wer nicht mehr so gut zu Fuß ist oder eine Weile mit einem gebrochenen Bein zu tun hatte, weiß wovon die Rede ist: Man setzt sich und überall sind die Dinger im Weg oder man muss sich ständig danach bücken, weil sie schon wieder umgefallen sind. Mit dem Gnubbel ist damit Schluss. Das eine Ende wird an die Tischkante geklemmt, in das andere Ende kommt die Gehhilfe. Für die nötige Elastizität sorgt das Gummi, für die erforderliche Festigkeit die Kugeln. „Und wer‘s richtig macht, vergisst seinen Gnubbel auch nicht“, sagt Flint. Hier kommen die beiden unterschiedlichen Seiten ins Spiel. Diejenige mit den zwei Kugeln verfügt über eine geringere Spannung. Wird sie an die Tischkante geklemmt, kann sie mitsamt der Gehhilfe, die in dem festeren Ende mit den drei Kugeln steckt, abgezogen werden. Einfach, aber genial.

Drei Jahre hat Sören Flint bis zur Produktreife getüftelt. Der allererste Prototyp kam aus dem heimischen 3-D-Drucker. Aus einfacher Hartplaste, war er noch völlig unelastisch und alles andere als perfekt. Als Größe und Ausführung stimmten, suchte sich Flint einen Werkzeugmacher und einen Produzenten. „Der Gnubbel ist ein rein sächsisches Produkt“, betont der Erfinder. Die Idee kam ihm zu Hause in Weißwasser, als er sich am Frühstückstisch darüber ärgerte, dass der Honiglöffel immer ins Glas rutschte. Den Werkzeugmacher, der die für den Spritzguss nötige Form anfertigte fand er in Skerbersdorf. Produziert wird der Gnubbel in Rothenburg bei Lausitz-Elaste. Vertrieben wird er vorerst nur übers Internet. „Vielleicht ist der nächste Schritt, die ganzen Sanitätshäuser abzuklappern.“ Offenbar hat die Vermarktungsstrategie noch Optimierungsbedarf. Der Schutz hingegen nicht. Der Gnubbel ist als Patent angemeldet. Das Material ist zudem schadstofffrei und lebensmittelecht, also für Kinder unbedenklich.

Sachsen sind findig. In keinem anderen ostdeutschen Bundesland wurden 2014 so viele Patente angemeldet wie hier, insgesamt 968. Mehr waren es nur bei den bevölkerungsreicheren Nachbarn im Westen. Selbst Berlin (867) kann da nicht mithalten. Die meisten Erfindungen kamen aus Bayern (15 533).

Der Gnubbel ist ein Familienprojekt. Flints Tochter, deren Freund, Flints Lebensgefährtin Katie und deren Sohn steuerten Ideen bei und gaben Ratschläge. Flints erste Erfindung ist es nicht. Vor einigen Jahren brachte er mit großem Erfolg ein „Maulwurfvergrämungsgerät“ auf den Markt. Damit wurden die Tiere nicht eingefangen und auch nicht getötet, sondern einfach vertrieben. Der Verkauf lief gut, bis das Bundesartenschutzgesetz geändert wurde. Nun darf das Gerät zwar noch hergestellt und verkauft, aber nicht mehr angewendet werden. Seine Brötchen verdient Flint mit der Montage und dem Verkauf von Reifen

Außerdem ist der gelernte Landmaschinenschlosser TÜV- und IHK-geprüfter Schädlingsbekämpfer. „Im Winter mache ich Reifen, im Sommer kümmere ich mich um Wespen, Mäuse oder kämpfe gegen Schimmel.“ Außerdem ist er Imker. Wie bekommt man das alles unter einen Hut? „Alles mit allem zu verbinden, darin ist er wirklich gut“, sagt Katie. Er interessiere sich nicht für Fußball und nicht für die Formel 1, außerdem sehe er kein Privatfernsehen, sagt er selbst. „Da bleibt eine Menge Zeit.“ Die nächste Erfindung hat er bereits in der Mache. Bevor er darüber etwas verrät, muss sie erst patentgeschützt sein. „Nützlich ist sie auf alle Fälle.“

 

LAUSITZER RUNDSCHAU 26.01.2016

Sächsischer "Gnubbel" für alle Fälle
Unternehmer Sören Flint hat eine spezielle Halterung für den alltäglichen Gebrauch erfunden

Weißwasser Aus einer Idee ist nun Realität geworden: Sören Flint aus Weißwasser hält seine Erfindung in den Händen, von der nicht nur Menschen mit Behinderung profitieren sollen. Eine multifunktionale Halterung aus Gummi soll den Alltag Vieler erleichtern.


Sören Flint (l.) und Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf philosophieren über die Anwendungsmöglichkeiten des "Haltefix". Foto: Christian Köhler

Ganz am Anfang hatte sich Sören Flint eigentlich nur über etwas geärgert, was jeder kennt: "Wenn man einen Löffel aus dem Honigglas nimmt, weiß man nie, wo man ihn hintun soll", erklärt er. Genau für diesen Fall wollte der Weißwasseraner Unternehmer und Hobbyimker schon 2012 eine Lösung erfinden.

Aus der Halterung für einen klebrigen Honiglöffel ist jedoch schnell viel mehr geworden: So soll der aus Vollgummi bestehende "Haltefix" von Sören Flint eine Allzweckwaffe sein, um mit Leichtigkeit zahlreiche Gegenstände kinderleicht überall zu befestigen. Gehhilfen, die in Gaststätten oft im Weg stehen, fehlende Handtuchhalter in Hotels oder mangelnde Halterungen von Campingutensilien im Freizeitbereich sollen damit der Vergangenheit angehören. "Ich habe mich mit Freunden darangemacht, erste Modelle am Computer zu entwickeln und diese dann über einen 3 D-Drucker anzufertigen", erzählt Reifenhändler Sören Flint.

Schon dabei war klar, dass die Erfindung weit mehr kann, als einen Löffel zu halten. Das liegt an den "Gnubbeln", die in verschiedener Anzahl auf beiden Seiten für ganz unterschiedliche Stabilität sorgen. So könnten laut dem Erfinder drei viel mehr halten als nur zwei. "Wenn die Zweier-Seite an der Tischkante klemmt, kann man den Haltefix nicht vergessen, wenn man seine Gehhilfen vom Tisch nimmt und loslaufen möchte", erklärt Flint.

Inzwischen sind Jahre des Tüftelns und Ausprobierens ins Land gegangen und der Erfinder hat seine Idee im Mai 2015 durch das Patentamt schützen lassen. "Meine Erfindung ist nun produktionsreif", sagt er. Schon in zwei Wochen soll die Herstellung in einem Rothenburger Unternehmer beginnen. Bis heute hat der Weißwasseraner eine mittlere, fünfstellige Summe vorfinanziert. "Ich bin überzeugt davon, dass die Erfindung regen Absatz findet", ist sich Flint sicher. Er freue sich darüber, dass das Produkt in Sachsen hergestellt wird.

Von der Tauglichkeit des "Haltefix" konnten sich Ende vergangenen Jahres auch die Besucher des Hegelcafés in Weißwasser überzeugen. Die MDR-Sendung "Einfach Genial" hatte von der ostsächsischen Erfindung erfahren und wollte sie von den dortigen Besuchen auf Herz und Nieren testen lassen. "Die Gäste waren begeistert und wollten sofort welche kaufen", erinnert sich Sören Flint. Gleiches galt laut dem Erfinder auch für die Besucher der Konventa Gewerbe- und Leistungsschau in Löbau, bei der Flint seine Entwicklung erstmals einem größeren Publikum vorstellte. "Die Nachfrage war riesig und die Leute offenbar von der Einfachheit begeistert", so der kreative Weißwasseraner.

Weißwassers Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf sieht es ähnlich und bietet dem Erfinder über die vom Verein betriebene Tourismusinformation an, seine Innovation zu verkaufen. "Ich glaube, dass der Haltefix großes Potenzial hat", sagt Schwarzkopf.

 

Der MDR strahlt am heutigen Dienstag um 19.50 Uhr die Sendung "Einfach Genial" aus und stellt die Erfindung von Sören Flint vor. Sie soll künftig für 12,90 Euro über den Ladentisch der Touristeninformation gehen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.mr-flint.de.

 

 

 

 

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